Die Snu-Snu Situation

By cheeses

„Unter Reizüberflutung versteht man Situationen unter Überforderung an Reizen, welche der Mensch nicht mehr richtig verarbeiten kann.“  

Donnerstag, 14. Februar – ich packe meine Koffer. Insgesamt zwei grosse und ein kleiner Trolley – bis zum Grenzbereich.

Freitag, 15. Februar, Abend – mein letzter Besuch aus Deutschland trifft ein. Ich hole Lance und J-Ro wie vereinbart ab, wir haben uns auf Anhieb gefunden. Noch vor 24 Uhr koennen wir auf die USA anstossen.

Samstag, 16. Februar, Abend – ich muss die beiden schon wieder alleine lassen, mein Flug nach Amsterdam wird nicht warten. Nach dem Boarding stauche ich mich in meinen Economy Fensterplatz. Das Flugprogramm beschraenkt sich auf die Sicherheitsunterweisung und eine spektakulaere Aussicht auf Manhattan bei Nacht. Nach den ersten 10 Flugminuten ist davon jedoch nichts mehr zu sehen und ich versuche zu schlafen, moechte mich dazu nur noch durchstrecken. Zwei Stunden spaeter ist mir beides immer noch nicht gelungen, die KLM Maschine ist offensichtlich nicht fuer meine Beine ausgelegt, der 90 Grad Kniewinkel weckt die Thromboseangst. Eine Stunde spaeter glaube ich erste Schwellungen im Wadenbereich zu bemerken – meine recht kleine Sitznachbarin aus Spanien fasst sich ein Herz und teilt ihren Fussraum mit meinem linken Bein.

 “Eine Hypomanie ist eine natuerliche Bewusstseinserweiterung durch koerpereigene Botenstoffe, die vielfach durch Schlafentzug ausgeloest wird.“

Sonntag, 17. Februar, Mittag – munter bin ich in Amsterdam aufgeschlagen. Thunfisch bereitet mir ein gesundes Mittagessen und kurze Zeit spaeter ist die Motivation ausreichend die Herausforderung Economy erneut anzunehmen. Die Maschine ist mit neuester Unterhaltungstechnik ausgestattet, mehrere Filme koennen auf dem kleinen, eigenen LCD Display ausgewaehlt werden. Der zugehoerige Rechner der das Programm fuer 9 Sitze verteilt ist ueberraschenderweise genau unter meinem Vordermann, und damit in meinem Fussraum montiert. Gegen Ende des Fluges hoere ich den Piloten auf niederlaendisch etwas von Gepaeck brabbeln, verstehe aber erst in der englischen Uebersetzung dass fuer 200 Passagiere aufgrund eines Gepaeckbanddefekts nur 40 Koffer an Bord sind. Ich kucke weiter „Findet Nemo“.

Sonntag, 17. Februar, Abend – mein Gepaeck ging natuerlich verloren. Zu 100%, beide Koffer. Uebrig bleibt nur noch der kleine Trolley vom Handgepaeck der hauptsaechlich fuer meine Beinnot auf dem ersten Flug verantwortlich war. Nachdem ich meine Anschrift beim Gepaeckservice KLM abgegeben habe schliesse ich meinen Bruder, der als einziger von meiner Ankunft weiss, in die Arme. Es geht nach Hause, es geht nach Dengling! Mir faellt gleich auf dass er mit seinem Peugot viel zu schnell faehrt, erwarte jede Sekunde ein riesiges Schlagloch welches uns die Achse kostet. Aber die deutsche Autobahn ist so smooth wie Eminem, D12 und 50 cent zusammen. Die Ueberraschung ist geglueckt, nachdem ich im Wohnzimmer stehe werde ich von meiner Familie mit grossen Augen und teils sprachlos empfangen. Es gibt viel zu erzaehlen.

Montag, 18. Februar – ich fleddere meinen Kleiderschrank um das was ich vor meiner Uebersiedlung nach New York uebrig gelassen habe. Ueberraschenderweise passt das meiste noch, ich habe nicht bzw. kaum zugenommen. Da ich inzwischen ja selber koche ist der eigentliche Erfolg nicht abgenommen zu haben. Mit geliehenem Auto und alten Schuhen spreche ich fuer unterschiedliche Aufgaben in unterschiedlichen Staedten vor. Ueber Erlangen, Nuernberg, Regensburg, Muenchen ist alles dabei. Zwischenzeitlich bleibt ein bisschen, wenn auch wenig Zeit fuer Familie und Freunde.

„Die Reaktion auf eine Reizüberflutung kann sehr verschieden ausfallen.“

Sonntag, 24. Februar, Nachmittag – gerne haette ich noch einen Geburtstag in der Familie gefeiert und dabei nochmal deutsche Kueche genossen, es ging jedoch schon wieder nach Amsterdam, genaugenommen Den Haag. Diesmal mit Uebernachtung. Nachdem ich mich vom Taxifahrer ueber den Tisch und um ganz Den Haag fahren hab lassen fand ich im Hotel „Van der Waalk“ meinen Schlaf.

Montag, 25. Februar – ein letztes Vorstellungsgespraech in Den Haag, danach noch ein bisschen Sight Seeing. Schoene Stadt, alles sehr sauber, viel Gruen, selbst das Wetter zeigte sich von der Sonnenseite. Viel Zeit blieb nicht und einen Augenblick spaeter sass ich schon im Flugzeug, wieder Economy, allerdings deutlich angenehmer. Dank Zeitverschiebung war ich bereits um 10 Uhr Abends in New York und wurde kurze Zeit spaeter von meinem Besuch, der ja immer noch in meiner Wohnung war und schon auf mich wartete in Empfang genommen.

Dienstag, 26. Februar – konnte mir endlich ein bisschen Zeit fuer meinen Besuch nehmen und diesem Long Island ein bisschen naeher bringen. Hierzu sei angemerkt das Leben ist FUPA. Und das obwohl wir auf einen durchgedrehten Waffenhaendler trafen und das moderne Heizsystem meiner Wohnung praktisch nie ALLE zufriedenstellen konnte. Langweilig wurde es hoffentlich trotzdem nicht, es standen die klassischen Punkte Montauk Point, Nutty Irishman, The Hamptons, verschiedene Kuestenstrassen und gesundes amerikanisches Essen auf dem Programm. Youtube wurde ausserdem um 3 Videos ergaenzt. Wer wissen will mit welchem Inhalt oder wie diese zu finden sind kuckt entweder unter „Pictures confidential“ oder schreibt mir ne Mail, oeffentlicher wird das nicht publiziert… ;)

„Hochsensible Menschen reagieren dabei besonders stark auf Reizüberflutung.“

Freitag, 29. Februar, Abend – es hiess schon wieder Abschied nehmen und ich habe die beiden noch zum Airport Newark begleitet. Danach gings fuer mich jedoch nicht nach Hause, sondern vom selben Flughafen ueber kurzen Aufenthalt Atlanta nach Las Vegas zur US-Informanden Abschlussparty. In unserem Hotel Monte Carlo angekommen konnte ich zunaechst Rike, Steffi, Otti und Fabi wieder in die Arme schliessen. Danach gings bereits voellig uebermuedet an den Black Jack Tisch, den wir erst um 5 Uhr Morgens wieder raeumten. Und gleich mal recht erfolgreich gewonnen! Ausgeschlafen gings am naechsten Tag erst mal zum Open Air Black Jack. Hat aber nicht lange gedauert bis der Gewinn vom Vortag und noch ein bisschen was verspielt war. Schade eigentlich, aber hier hat der Vibe nicht gepasst. Als Abendprogramm haben wir uns den Club „Pure“ im Caesars Palace ausgesucht. Obwohl hier schon Paris Hilton und Britney Spears rumgesprungen sind, haben wir zumindest diesen Abend keine von beiden entdeckt. Als der Club dann irgenwann seine Tueren schloss ging’s wieder zum Black Jack – fuer mich allerdings (zum Glueck) nur noch mit $30, die aber in genauso viel Sekunden weg waren. Danach noch kurz zum Fruehstueck bei Mac Donalds. Fuer manche sicher ueberraschend, aber es ist in Las Vegas um 7 Uhr morgens nicht moeglich einen Cheesburger zu kaufen! MacGriddle heisst die Alternative. Zum Sonntag gibts nicht mehr viel zu schreiben – kurz nach Mittag stand ich alleine rum und hab bis 10 Uhr Abends nochmal mein Glueck beim Black Jack versucht und zwischenzeitlich nach nem T-Shirt fuer Otti gesucht. Beides mit niederschmetterndem Erfolg. So, mehr hab ich zu Vegas nicht mehr zu sagen, ihr kennt ja alle den Spruch „What happens in Vegas, stays in Vegas!“ Zur Stadt allgemein verweise ich auf meinen ersten Vegas Artikel aus dem Spaetsommer 2007.

„Eine dauerhafte Reizüberflutung führt häufig zu Realitätsverlust.“

Montag morgen bin ich wieder gut in New York gelandet und hab mich ueber die Busverbindung Queens und einem „Expresszug“ mit ner Fahrtzeit von ueber einer Stunde (fuer 20 Meilen!) in die Arbeit begeben. Habe somit zwei sehr abwechslungsreiche und abenteuerliche Wochen hinter, konnte aber fast immer meinen Namen buchstabieren und auch der durch Reizueberflutung moegliche Realitaetsverlust ist, wenn ueberhaupt, nur zeitweilig eingetreten :) Bilder hierzu folgen noch. Also, allet bene hier an der Ostkueste. Zum weiteren Ausblick – 17 Tage, dann ists vorbei mit meiner Wahlheimat. Diese Zeit bleibt im uebrigen noch um mein Auto zu verkaufen. Also wenn jemand Interesse an einem 05er Mustang V6 hat – bitte melden!

Take it easy!

Eine Antwort zu „Die Snu-Snu Situation“

  1. Andy sagt:

    Es tut mir ja leid Cheeses dich jetzt verbessern zu müssen,
    aber leider war Matthias nicht der Einzige der von deinem kurzen Besuch in
    der „alten Heimat“ wusste, aber seis drum.
    War schön dich mal wieder hier gehabt zu haben,
    und in ein paar Tagen sehen wir uns ja wiedre und dann gehn wir mal
    wieder Richtig einen auf party machen.

    In diesem Sinne, erfolgreiche letzte Tage und nen guten Rückflug

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